Die Phoenix Foundation, das Jugendjazzorchester Rheinland-Pfalz war am Montag im Frankfurter Hof, Mainz gemeinsam mit dem Berliner Saxofonisten Peter Weniger zu hören. Peter Weniger ist Leiter des Jazzinstituts Berlin und mit seinen musikalischen Projekten auf internationalem Parkett bekannt. Er spielte unter anderem mit  Billy Cobham, Maceo Parker, Lionel Richie, Mike Stern, Paul Kuhn und Till Brönner.

Nach einer Konzertreise nach Indien, einer CD-Produktion und Konzerten in den Sommermonaten hat das Jazzorchester am Wochenende in der Landesmusikakademie in Neuwied/Engers ihre Herbst-Arbeitsphase durchgeführt. Vier Tage probten die jungen Musikerinnen und Musiker an ihren technischen und musikalischen Fähigkeiten. Highlight war das Konzert in Mainz.

Es war das erste Konzert der Phoenix Foundation in Mainz seit dem der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz die Trägerschaft des Landesjugendjazzorchesters 2013 übernommen hat.

Zum Auftakt des Konzertes spielte die Bigband des Willigis-Gymnasiums unter der Leitung von Norbert Krams. Die Kooperation mit der Phoenix Foundation hat Tradition. Am Nachmittag hatte Peter Weniger mit den Schülerinnen und Schülern geprobt und unterstütze die Band mit einigen Soloeinlagen. Bemerkenswert auch die Vokal- und Instrumentalsolisten, u.a Leonard Pech und Philipp Sudheimer, Posaune. Die Schüler-Big-Band demonstrierte eindrucksvoll, dass das Jugendjazzorchester sich nicht um ihren Nachwuchs zu sorgen braucht.

 

Herbst AP-1

Vor der Pause präsentierten  die jüngeren Mitglieder der Phoenix Foundation unter der Leitung von Frank Reichert ihr Können. Sie swingten und rockten mit „Birdland“ „Flik machine“ sowie mit Arrangements aus der Feder ihres Dresdener Posaunendozenten Michael Winklers, der z.B. in „Black camera“ Jingels von Nachrichtensendungen des früheren DDR-Fernsehens arrangierte.

Der zweite Teil war geprägt durch die Persönlichkeit von Peter Weniger und den älteren Teilnehmern des Projektes, formiert in einer eigenen Bigband-Besetzung. Der Saxofonist fühlte sich bei der Phoenix Foundation musikalisch und persönlich sichtlich gut aufgehoben.

Seine tiefere Kenntnis auch der gruppendynamischen Zusammenhänge streut er humorvoll in seiner Moderation ein. Als ehemaliges Mitglied des Bundesjazzorchsters und als Leiter des Jazzinstituts weiß er um den Balanceakt zwischen dem Streben nach musikalischer Perfektion bei der Probearbeit und dem Drang zum nächtlichen Feiern während einer mehrtägigen Probephase.

Dieser ist bei der Phoenix Foundation offenbar gelungen. Intensität des virtuosen aber immer einfühlsamen Spiels von Peter Weniger färbein auf die Band ab und zeigen, dass sie dem hohen Niveau gewachsen sind.

In seiner offenen Improvisation vor „Just like that“ – einer Komposition von Peter Herbolzheimer – knüpft Weniger an die freien Kollektivimprovisationen der Phoenix Foundation des Openers „House in the country“ von Don Ellis an. Geschickt streut er tonale Bezüge ein und leitet so passend in das Bandintro des Swingtitels ein.

Nachdenklich und berührend „Dear Rudy“, ein Bossa Nova, den Komponist Terell Stafford seiner verstorbenen Großmutter widmete.

Zum Abschluss dann „Berdas Bounce“. Hardbop wie in den Zeiten von Clifford Brown und Horace Silver. Die Band spannt den rhythischen Bogen bis fast zum zerreißen und vereint sich wieder in den Überleitungen um für den Solisten die nächste „Energiestufe“ zu zünden.

Zu den schönsten Momenten des zweiten Teils zählte jedoch die Zugabe „Brotherhood of man“. André Becker und Marko Mebus, die Solotrompeter der Band zeigen zum Abschluss in einem freundschaftlichen musikalischen Wettstreit ihr Herz, Humor und Können.

 

 

 

 


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