Phoenix „Alumni“ Foundation – Vol 2

Phoenix „Alumni“ Foundation – Vol 2

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:News

No Time Like the Present – „Leben im hier und jetzt!“

Wie geht es eigentlich den vielen Phoenix Ehemaligen in Coronazeiten? Viele von ihnen sind ja in der Musik- und Kulturszene tätig. – Frank Reichert, Leiter der Phoenix Foundation – LandesJugendJazzorchester Rheinland Pfalz, hat die Alumni im zweiten Lockdown zu einem außergewöhnlichen Projekt zusammengebracht. Ein cooles Musik-Video und berührende Künstler-Statements sind das Ergebnis. Jetzt auf YouTube. – unbedingt ansehen!

Während des zweiten Lockdowns, um Weihnachten herum, hat Orchesterleiter Frank Reichert viel telefoniert. Mit ehemaligen „Jazz-Kids“, von denen viele heute in der Musik- und Kulturszene tätig sind. Und – nicht verwunderlich – die meisten waren gut zu erreichen.

Als wäre es gestern gewesen!

Es waren Tage und Wochen herzlicher, interessanter Telefonate mit ehemaligen Phoenix-Musiker*innen, wobei Frank Reichert immer weiter dem Pfad seiner Erinnerungen folgte bis zu den ersten Generationen, die noch zu D-Mark-Zeiten im Orchester spielten.
„Als wäre es gestern gewesen“ wurde bei den Telefonaten an lange zurückliegende Ereignisse aus der bewegten Phoenix-Historie angeknüpft und – naheliegend – die oft nicht einfache Situation in der Corona Pandemie thematisiert.
Es stellte sich dabei einhellig heraus: Es lässt sich im Moment nicht ändern, also lieber etwas machen!

Was eigentlich zu erwarten war: fast alle hatten Zeit!

Gemeinsames Online-Projekt

Als Format bot sich ein – überdies fahrkostensparendes – sogenanntes „Split Video“ im Homerecording an; die Phoenix Foundation hatte damit ja bereits im vergangenen Jahr gute Erfahrung gesammelt. Ein spontanes Ehemaligen-Projekt einer Ehemaligen-Besetzung von 2015 hatte es ja bereits im ersten Lockdown gegeben. Hier war die damalige Formation fast geschlossen zusammen mit der bolivianischen Gruppe „Los Masis“ angetreten.

Verbeugung vor Sammy Nestico

„No Time Like the Present“ – sollte der Titel der aktuellen Alumni-Besetzung werden. Das passt zum „gereiften“ Blick der meisten Teilnehmer auf das Leben. Viele haben inzwischen Familien gegründet und kümmern sich um den Nachwuchs.
Wir schauen mit einem Augenzwinkern zurück, blicken hoffnungsvoll vorwärts bzw. ins Hier und Jetzt, denn das können wir gestalten!

Der Titel ist auch eine Verbeugung vor Sammy Nestico – der Komponist und Arrangeur des Titels und einer der Phoenix Bigband-Helden war zu Beginn der Projektplanung verstorben.

Statement für den Jazz in Rheinland Pfalz

Neben dem pragmatischen Aspekt, bei der Produktion einmal wieder konkret etwas musikalisch zusammen zu unternehmen, wurde im Verlauf der Produktion auch klar: Das coole, humorvolle Video ist mehr als das. Es ist ein Statement für die Phoenix Foundation und darüber hinaus Werbung für das Konzept der Landesjugendorchester im Allgemeinen und – ganz besonders – eine Bühne für die Leistungen und oft erstaunlichen Karrieren der beteiligten Ehemaligien; für das, was aus ihnen geworden ist.

Die Infos zu und Kommentare der Teilnehmer*innen zeigen zweierlei: Phoenix-Karrieren bringen den Jazz nach Rheinland-Pfalz und in die Welt und die „Phoenix-Alumnis“ blicken mit Freude und Dank zurück auf ihre Wurzeln.

„Phoenix-Alumni-Challenge“ – Das Projekt ist nicht zu Ende!

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben mehr als die 17 Musikerinnen und Musiker, die im aktuellen Videos zu sehen und zu hören sind, in der Phoenix Foundation gespielt!

Folgerichtig geht die „Phoenix-Alumni-Challenge“ weiter, alle Ehemaligen sind herzlich eingeladen. Zur Zeit nimmt bereits die nächste Alumni-Besetzung auf.

Besetzung und Statements der Teilnehmer*innen

Infos zu den inzwischen sieben Phoenix-Generationen finden sich unter www.phoenixfoundation.de/History

Saxofone

Altsaxofon 1: Christian Steuber, Karlsruhe, Phoenix-Mitglied 2001-2004
Leiter des Fachbereichs Jazz, Saxophonlehrer und Ensembleleiter am badischen Konservatorium Karlsruhe, Christian Steuber Quartett, FineFones Saxophone Quartet https://www.facebook.com/KonsBigBand; https://www.peterlehel.net/german/projects/finefones-saxophone-quartet/

Jedes Konzert, jede Arbeitsphase, jede Tour haben mich zu dem gemacht was ich heute bin und mir großartige Momente im Leben beschert, die ich niemals vergessen werde – vielen Dank, Frank! :)

Altsaxofon 2: Esther Klever , Eitorf Phoenix-Mitglied 2002 – 2005
Saxofonistin für Events / RTO Ehrenfeld www.Saxofonistin.com

Die ganze Zeit in LandesJugendJazzorchester war ein besonderes Erlebnis. Mit so vielen talentierten Menschen gemeinsam Musik zu machen und zu reisen war einfach schön. Ich habe viel Zusammenhalt und Freundschaft in dieser Bigband erfahren. Die Workshops und Konzert Tourneen haben mich beruflich und persönlich weitergebracht und mich nachhaltig geprägt.
Es ist mir eine besondere Freude nach all den Jahren wieder für dieses Projekt mit den ehemaligen Mitgliedern zusammen zu arbeiten und zu sehen, wie sich jeder Einzelne entwickelt hat. Die Phoenix Foundation ist ein Ort für junge Musiker, sich unter Gleichgesinnten weiter zu bilden und in einem freundschaftlichen Umfeld Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln.

Bariton-Saxofon: Peter Klohmann, Frankfurt am Main Phoenix-Mitglied 2001-2007
Musiker, www.peterklohmann.com

Im Nachhinein betrachtet: Jeder Moment, jedes Konzert, jede Probenphase, jede Konzertreise, jede Bekanntschaft durch die Musik! Danke an die vielen Kollegen mit denen ich teils heute noch Kontakt habe und zusammenarbeite und natürlich: Danke Frank für diese großartige Zeit!  Du hast es möglich gemacht, mach bitte weiter so!

Tenorsaxofon 1: Stefan Karl Schmid, Köln Phoenix-Mitglied 2000 – 2004
Prof. für Jazz-Saxophon HfM Mannheim, Stefan Karl Schmid PYJAMA, Schmid’s Huhn, Subway Jazz Orchestra www.stefankarlschmid.net

Besondere Phoenix Momente gab es zuhauf! Spontan fällt mir die Süd-Korea Tournee ein, bei der kreischende Fans nach dem Konzert unserem Bus bis in die Innenstadt nachgerannt sind. Seither nicht mehr passiert ;)
Ohne die Phoenix Foundation und die beteiligten Musiker*innen und Dozent*innen wäre ich heute nicht da wo ich bin. Ich habe dem Orchester sehr viel zu verdanken. Es hat in mir die Begeisterung für die (Jazz-)Musik entfacht und entscheidend dazu beigetragen meinen Weg als Profi-Musiker zu ebnen.

Tenorsaxofon: 2 Axel Schmitt, Wiesbaden, Phoenix-Mitglied 2005-2009
Musiker www.axelschmitt.net

Die Konzertreisen nach Brasilien und Südafrika waren wunderbare Erlebnisse. Nicht zu vergessen die tollen Arbeitsphasen mit hochkarätigen Gastmusikern wie Wayne Bergeron oder Michael Mossman. Vielen Dank Frank für die phantastische Zeit.

Trompeten

Trompete 1: Peter Kästner, Lemberg, Phoenix-Mitglied 2002-2004
Leadtrompeter und stellvertretender musikalischer Leiter der Big Band der Polizei des Saarlandes

Da gab es wirklich so viele schöne Momente sowohl musikalisch aber auch Zwischenmenschliche…was soll ich sagen. „Es war mir ein Fest“ :)

Trompete 2: Heiko Hubmann, Nieder-Olm, Phoenix-Mitglied 1998-2002
Musiker www.heikohubmann.de

Die Konzertreise in die USA und der Aufenthalt in New York sind bei mir mit ganz besonderer Phoenix-Momenten verbunden!

Trompete 3: Florian Wehse, Mainz, Phoenix-Mitglied 1998-2002
Musiker www.florian-wehse.de

Die Reisen in die USA, New York, Chicago und nach Süd-Korea. Unvergessen. Danke Frank!!

Trompete 4: Jennifer Nägler (geb. Lehr), Mainz, Phoenix-Mitglied 2002-2007
Gymnasiallehrerin  (MU, EK)

Ich erinnere mich sehr gerne an viele tolle Arbeitsphasen und Konzerte. Absolutes Highlight war für mich die Südafrika-Tour 2007. Und natürlich die AP mit Michael Philip Mossmann sowie Bingen Swingt mit Ack van Rooyen. Und das Latin-Programm der NDR Bigband. Ich könnte lange so weitermachen!
Es war eine sehr tolle, wichtige Zeit für mich! Danke an alle, die dabei waren.

Posaunen

Posaune 1: Philip Sudheimer, Düsseldorf, Phoenix-Mitglied 2012-2017
Freiberufler im Bereich Video- und Audio-Produktion + Musiker; Derendorfer Salonorchester.

Ich habe viele schöne Erinnerungen an die Phoenix-Zeit: im Prinzip alle Konzertreisen. Da wäre z.B. der Tag mit der US Army Bigband in Washington und die Studiosession bei Bob. Außerdem die luftige Fahrt auf der LKW-Ladefläche durch die bolivianische Geröllwüste mit der obligatorischen Flasche Singani im Gepäck.
Und natürlich die Auge-in-Auge-Begegnung mit den Berggorillas auf dem Vulkan in Ruanda. Hätte ich ohne Phoenix niemals erleben dürfen!

Posaune 2: Lars Schuster, Hürth, Phoenix-Mitglied 2014-Heute

Kfz-Mechatroniker/Musikstudent https://www.youtube.com/channel/UC5tIEUd68DuTYh6rOd6EJHg

Mein liebster Phoenix-Moment war auf unserer Konzert-Tour 2017 nach Korea. Nach einem langen Anreisetag und einem Tempelbesuch bei 38Grad und 80% Luftfeuchte fuhren wir zu ersten Konzertlocation an einem Stausee, wo uns bei bester Aussicht und entgegen unserer Erwartung ca. 3000 Koreaner*innen begeistert zuhörten. Ein surrealer und wundervoller Moment.
Die Arbeitsphasen und Konzerttouren werden wohl mein Leben lang zu den tollsten Erfahrungen zählen, die ich in meinem Leben machen werde. Ich kann jedem nur raten solche Möglichkeiten zu nutzen.

Posaune 3: Philipp Hebgen, Ötzingen, Phoenix-Mitglied 2005-2009
Lehrer für Musik und Physik am Landesmusikgymnasium Montabaur, Rheinland-Pfalz

Mein schönstes Phoenix-Erlebnis war die Kapstadt-Tour 2007

Posaune 4: Thomas Leyendecker, Berlin. Phoenix-Mitglied 1998-2001
Berliner Philharmoniker, Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, HMT „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig https://www.berliner-philharmoniker.de/orchester/musiker/thomas-leyendecker/; https://www.hmt-leipzig.de/de/home/personen-und-kontakt?id=2096&

Beim Benefizkonzert in der Rheingoldhalle habe ich den Backstage-Bereich mit Albert Mangelsdorff geteilt und von hinter dem Vorhang bei der Performance bewundert!!!

Rhythmusgruppe

Kontrabass: Dominik Lamby, Berlin, Phoenix-Mitglied 2002-2005
Musiklehrer am Georg Herweg Gymnasium, Schulbigbandleiter seit 2011

Die gesamte Brasilien-Tour mit „Caipi“ an der Copacabana war mein schönstes Phoenix Erlebnis. Auf musikalischer Ebene der Workshop mit Dieter Glawischnig, der mich dem Free Jazz und Ernst Jandl (seitdem mein Lieblingsdichter) näher gebracht hat.
Ohne die Erfahrung in der Phoenix Foundation hätte ich sicher nicht Jazz studiert, wäre nicht Lehrer und Bigbandleiter geworden. Danke Frank!

Drums: Johannes Musseleck, Nackenheim, Phoenix-Mitglied 2001-2005
Musiker home-music-teachers.de

Es gab viele erinnernswerte Phoenix-Erlebnisse: herausragend das als Fahrer der koreanischen Generäle bei den gemeinsamen Auftritten…Es war einfach eine gute Zeit…

Gitarre: Michael Zerger, Bolanden (Weierhof), Phoenix-Mitglied 2007 – 2011
Musiklehrer am Gymnasium Weierhof www.weierhof.de

Es kamen sehr viele tolle Erinnerungen während des Alumni-Projektes. Musikalisch war das Indien- Konzert mit Ramesh Shotam, der indisshen Sängerin Ramamani und Mike Harting mein Highlight.  Sehr, sehr lehrreich, da ich ein großes Interesse an anderen Musikkulturen habe.
An dieser Stelle nochmal ein ausdrückliches Dankeschön für die tolle und lehrreiche Zeit, welche ich bei der Phoenix gehabt hatte.

Piano: Robert Kesternich, Neckargemünd, Phoenxi-Mitglied 2001-2004
Musiker, Soul Diamonds, Boom a Loon https://www.facebook.com/rkesternich , https://soundcloud.com/robertkesternich

In einem Wort: Süd-Korea! Wir wurden dort empfangen und behandelt wie Pop-Stars (kreischende Teens rennen dem Bus hinterher, tagsüber wurden wir beim Bummeln in der Stadt von selbigen gestalkt :) Und die Begegnung mit Dieter Glawischnig war besonders in musikalischer Hinsicht nachhaltig sehr prägend und inspirierend.
Ohne Frank gäbe es keine Phoenix Foundation und ohne Phoenix Foundation wäre ich nicht dort wo ich jetzt bin. Mich hat die Zeit nachhaltig geprägt, nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich. Man hat sich nicht nur über mixolydisch unterhalten, sondern es gab viele schöne Momente außerhalb der Musik auf menschlicher Ebene. Dafür bin ich dir, Frank, und allen, mit denen ich die Ehre hatte diese Zeit und die Bühnen zu teilen, auf Lebzeiten dankbar!

Leitung: Frank Reichert, Gesamtleitung seit 1997

Im „normalen“ Phoenix-Alltag hat es sich bislang nicht ergeben, Phoenix-Ehemalige – in der Regel vielbeschäftigt und „in alle Winde verstreut“ zusammenzubringen. „Corona“ hat es möglich gemacht, ein solches Projekt digital anzustoßen. Ich bin überwältigt von der Resonanz und dem Ergebnis und zutiefst dankbar für die Möglichkeit, mit jedem einzelnen der Phoenix-Familie das großartige Konzept „Landesjugendensemble“ mit Leben füllen zu dürfen. Dank auch an alle Dozenten, allen voran Sven Hack, Patrick Hoss und Ralph Himmler, die von der ersten Phoenix-Stunde an dabei waren!